Sowohl im Restaurant im Erdgeschoss als auch in den Kellergewölben der Probierstube konnte man zu jeder Zeit fröhliche und – nicht weniger reizvoll – berühmte Stammgäste antreffen, wie zum Beispiel den fantastischen Erzähler E.T.A. Hoffmann, der um die Ecke wohnte und die malerischen Gewölbe des Hauses in den Kulissen von Jacques Offenbachs Oper „Hoffmanns Erzählungen“ verewigte.
Und genau hier gab 1825 der Hofschauspieler Ludwig Devrient dem Sekt seinen Namen. Devrient, der damals in Shakespeares „Heinrich IV“ auf der Bühne stand, stürzte nach der Vorstellung – wie üblich – in die Weinstube und rief, noch ganz in seiner Rolle als Fallstaff: „Bring er mir Sect, Schurke!“.
Ein Übersetzungsfehler, denn bei Shakespeare hieß es eigentlich Sack – „Saek“ ausgesprochen –, doch der Kellner, keinesfalls ein Schurke, kannte seinen skurrilen Stammgast und dessen Vorliebe für moussierenden Wein. Er servierte ungerührt das Übliche, Vin Mousseux. So kam bei Lutter & Wegner in Berlin der Name Sekt „zur Welt“.
Hoflieferant des preußischen Adels
Auch Royals und Reichskanzler wussten zu schätzen, was Berlins berühmtester Weinkeller zu bieten hat: 1851 wurde Lutter & Wegner preußischer Hoflieferant, und Bismarck war ein oft gesehener Kunde.